So funktioniert der Hotel-KPI-Rechner
Der Rechner deckt die fünf Kennzahlen ab, mit denen Hotels weltweit gesteuert werden. Alle Werte beziehen sich auf einen frei wählbaren Zeitraum — üblich ist ein Monat. Die verfügbaren Zimmernächte ergeben sich aus Zimmeranzahl mal Tagen; sie sind die Bezugsgröße für fast alle Kennzahlen.
Die Formeln im Überblick
- Auslastung (Occupancy): verkaufte Zimmernächte ÷ verfügbare Zimmernächte × 100. Beispiel: 850 verkaufte Zimmer bei 40 Zimmern × 30 Tagen = 850 ÷ 1.200 = 70,8 %.
- ADR (Average Daily Rate): Logisumsatz ÷ verkaufte Zimmernächte. Beispiel: 85.000 € ÷ 850 = 100 €.
- RevPAR (Revenue per Available Room): zwei Rechenwege, gleiches Ergebnis — Auslastung × ADR (0,708 × 100 € = 70,80 €) oder Logisumsatz ÷ verfügbare Zimmer (85.000 € ÷ 1.200 = 70,83 €, Differenz nur durch Rundung). Der Rechner zeigt beide Wege, damit der Zusammenhang sichtbar wird.
- TrevPAR (Total Revenue per Available Room): Gesamtumsatz inklusive Restaurant, Tagung und Nebenleistungen ÷ verfügbare Zimmernächte. Zeigt, was das Haus insgesamt aus jedem Zimmer holt.
- GOPPAR (Gross Operating Profit per Available Room): Betriebsergebnis (Gesamtumsatz − Betriebskosten) ÷ verfügbare Zimmernächte. Die ehrlichste Kennzahl, weil sie die Kosten einbezieht.
- Break-even-Auslastung: Fixkosten ÷ Deckungsbeitrag je Zimmer ÷ verfügbare Zimmernächte. Der Deckungsbeitrag je Zimmer ist der ADR abzüglich der variablen Kosten je verkauftem Zimmer (Reinigung, Wäsche, Provisionen).
Preis oder Auslastung — welcher Hebel wirkt stärker?
Der Rechner vergleicht zwei Szenarien: eine Preiserhöhung um fünf Prozent und eine Auslastungssteigerung um fünf Prozentpunkte. Eine Preiserhöhung schlägt fast vollständig auf das Ergebnis durch, weil kaum Zusatzkosten entstehen. Mehr Auslastung bringt dagegen zusätzliche variable Kosten mit. Faustregel: Liegt die Auslastung bereits hoch, lohnt der Preishebel; liegt sie niedrig, ist zunächst die Auslastung der stärkere Hebel. Der Rechner zeigt für Ihre Zahlen, welche Seite stärker wirkt.
Direktbuchung gegen Portalbuchung
Portale nehmen üblicherweise 15 bis 18 Prozent Provision vom Zimmerpreis. Das Zusatzmodul rechnet den Nettoerlös je Kanal und den Punkt, ab dem ein Direktbuchungsrabatt teurer wird als die Provision: Ein Rabatt in Höhe der Provision ist der Gleichstand — alles darunter ist die Direktbuchung im Vorteil. Bei 17 Prozent Provision können Sie Direktbuchern also bis zu 17 Prozent Nachlass geben und fahren trotzdem nicht schlechter als über das Portal.
Häufige Fragen
Was ist ein guter RevPAR? Das hängt von Lage, Kategorie und Saison ab. Als grober Richtwert für Deutschland gelten 75 bis 95 € (Branchendaten 2024). Wichtiger als der absolute Wert ist die Entwicklung gegenüber dem Vorjahr und dem eigenen Wettbewerbsumfeld.
Warum GOPPAR statt nur RevPAR? RevPAR ignoriert die Kosten. Ein Haus kann den RevPAR steigern und trotzdem weniger verdienen, wenn die Kosten schneller wachsen. GOPPAR zeigt, was je verfügbarem Zimmer tatsächlich übrig bleibt.
Wie oft sollte ich die Kennzahlen rechnen? Auslastung und ADR täglich, RevPAR und GOPPAR mindestens monatlich, den Break-even bei jeder größeren Kosten- oder Preisänderung.
Hinweis: Alle Ergebnisse sind unverbindliche Rechenhilfen ohne Gewähr. Die Branchen-Benchmarks stammen aus veröffentlichten Branchenberichten (DEHOGA, STR, Destatis, HotStats, Stand 2024/2025) und wurden nicht mit der jeweils aktuellen Ausgabe abgeglichen.