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Fachkräftemangel Hotellerie 2026: Was die Zahlen zeigen und was ein Haus daraus macht
Stand: Oktober 2026
11 Min. LesezeitLaut KOFA ist die Fachkräftelücke im Hotel- und Gastgewerbe auf rund 2.700 geschrumpft, ein Ende des Mangels ist das aber nicht. Hier stehen die Zahlen hinter dieser Entwicklung und ein Rechenbeispiel, was eine unbesetzte Stelle ein Haus mit 60 Zimmern kostet.
Inhalt dieses Beitrags
- Die Fachkräftelücke im Gastgewerbe ist seit 2023 um mehr als vier Fünftel geschrumpft
- Hotels, Gasthöfe und Pensionen beschäftigen 2026 rund vier Prozent weniger Personal als 2024
- Ausgebildete Fachkräfte und Aufsichtsfunktionen bleiben der eigentliche Engpass
- Im Hotelservice haben 40 Prozent der Beschäftigten eine Einwanderungsgeschichte
- Rechenbeispiel: Was eine offene Stelle auf der Etage ein Haus mit 60 Zimmern kostet
- Diese Hebel wirken im eigenen Haus, sortiert nach Wirkung
- Für den Winter 2026/27 entscheidet sich die Personallage bis Januar
Rund 2.700 Fachkräfte fehlten dem Hotel- und Gastgewerbe zwischen Juli 2024 und Juni 2025 rechnerisch. So steht es in der Auswertung des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung (KOFA) am Institut der deutschen Wirtschaft vom Oktober 2025. Im Jahresdurchschnitt 2022/2023 lag dieselbe Kennzahl noch bei rund 17.000. Wer daraus schließt, der Fachkräftemangel in der Hotellerie sei erledigt, liest die Zahl falsch. Die Lücke ist kleiner geworden, weil weniger Personal nachgefragt wird. Gleichzeitig beginnen deutlich weniger junge Leute eine Ausbildung zur Hotelfachfrau oder zum Hotelfachmann als 2019, und in den Häusern arbeiteten im Frühjahr 2026 weniger Menschen als zwei Jahre davor.
Für einen Betrieb mit 40 bis 80 Zimmern ist die Lage im Herbst 2026 widersprüchlich. Hilfskräfte für Etage und Frühstück findet man in vielen Regionen wieder leichter. Ausgebildete Rezeptionskräfte, Servicefachleute und vor allem Leute, die eine Abteilung führen können, sind weiter knapp. Dieser Beitrag ordnet die Zahlen ein und rechnet durch, was eine offene Stelle ein Haus konkret kostet.
Die Fachkräftelücke im Gastgewerbe ist seit 2023 um mehr als vier Fünftel geschrumpft
KOFA misst den Engpass als sogenannte Fachkräftelücke. Das ist die Zahl der offenen Stellen, für die es bundesweit keine passend qualifizierten Arbeitslosen gibt. Das Institut rechnet dabei auch Stellen hoch, die Betriebe der Bundesagentur für Arbeit nicht melden. Erfasst werden nur Stellen für Qualifizierte, also mindestens mit abgeschlossener Berufsausbildung. Aushilfen tauchen in der Kennzahl nicht auf.
| Zeitraum | Rechnerisch nicht besetzbare Fachkräftestellen | Einordnung |
|---|---|---|
| Jahresdurchschnitt 2022/2023 | rund 17.000 | größter Engpass bei Köchen mit 7.555 |
| Juni 2023 | mehr als 16.000 | Vergleichswert der Auswertung 2024 |
| Juni 2024 | rund 8.800 | jede vierte offene Stelle betroffen |
| Juli 2024 bis Juni 2025 | rund 2.700 | erstmals wieder mehr Arbeitslose als offene Stellen |
Quelle: KOFA-Studien 2023 und 2024 sowie KOFA Kompakt 8/2025. Die Berufsabgrenzung unterscheidet sich zwischen den Auswertungen leicht, die Richtung ist trotzdem eindeutig.
In der Auswertung von 2023 stand die Hotellerie schlechter da als die Gastronomie. Damals ließen sich 42,8 Prozent der offenen Fachkräftestellen in der Hotellerie nicht mit passend qualifizierten Arbeitslosen besetzen, in der Gastronomie 40,1 Prozent. Zwei Jahre später hat sich das Bild gedreht.
Den Umschwung erklärt KOFA mit sinkenden Umsätzen und steigendem Kostendruck. Die Zahlen des Statistischen Bundesamts passen dazu: Im März 2026 setzte das Gastgewerbe nominal 2,5 Prozent mehr um als im Vorjahresmonat, preisbereinigt aber 5,2 Prozent weniger. Die höheren Preise überdecken also, dass weniger Übernachtungen, Gedecke und Getränke verkauft werden. Weniger verkaufte Leistung bedeutet weniger Schichten. Damit schreiben Betriebe weniger Stellen aus, und die rechnerische Lücke schrumpft, ohne dass auch nur eine zusätzliche Fachkraft auf dem Markt wäre.
Hotels, Gasthöfe und Pensionen beschäftigen 2026 rund vier Prozent weniger Personal als 2024
Die Messzahlen des Statistischen Bundesamts zu den tätigen Personen zeigen, wie sich die Beschäftigung in den einzelnen Segmenten entwickelt hat. Wer jeweils den April vergleicht, schaltet saisonale Schwankungen weitgehend aus.
| Wirtschaftszweig | Messzahl April 2024 | Messzahl April 2026 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Hotels, Gasthöfe und Pensionen | 96,9 | 92,9 | rund minus 4,1 Prozent |
| Ferienunterkünfte und ähnliche Beherbergungsstätten | 107,6 | 107,0 | rund minus 0,6 Prozent |
| Restaurants, Gaststätten, Imbissstuben, Cafés | 102,1 | 96,9 | rund minus 5,1 Prozent |
| Ausschank von Getränken | 85,6 | 81,8 | rund minus 4,4 Prozent |
Quelle: Statistisches Bundesamt, Konjunkturindikatoren Gastgewerbe, Messzahlen der tätigen Personen.
Auffällig ist der Abstand zwischen klassischen Hotels und Ferienunterkünften. Ferienwohnungen kommen mit wenig Service aus und halten ihre Beschäftigung fast stabil. Häuser mit Rezeption, Frühstück und Restaurant haben dagegen Personal abgebaut, ob freiwillig aus Kostengründen oder weil Stellen nicht nachbesetzt wurden, lässt die Statistik offen.
Regionale Daten zeigen, wie unterschiedlich das ausfallen kann. In Bayern sank die Zahl der Beschäftigten in der Beherbergung im April 2026 laut Landesamt für Statistik um 0,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, der reale Umsatz der Beherbergungsbetriebe ging im selben Zeitraum um 16,2 Prozent zurück. Fällt der Umsatz so viel stärker als die Kopfzahl, steigt der Personalkostenanteil je Umsatz-Euro zwangsläufig. In Brandenburg lag die Beschäftigung im gesamten Gastgewerbe im Mai 2026 um 2,0 Prozent unter dem Vorjahresmonat.
Ausgebildete Fachkräfte und Aufsichtsfunktionen bleiben der eigentliche Engpass
Mehr als zwei Drittel der verbleibenden Lücke entfallen laut KOFA Kompakt 8/2025 auf Fachkräfte mit abgeschlossener Berufsausbildung, das waren über 1.850 rechnerisch nicht besetzbare Stellen. Am größten ist der Engpass in der Systemgastronomie mit mehr als 830 fehlenden Fachkräften. Im Gastronomieservice fehlten über 600 ausgebildete Kräfte, und genau dieser Bereich betrifft Hotels mit Frühstück, Restaurant oder Bankett unmittelbar. Eine Ebene höher, bei Spezialisten mit Fortbildungs- oder Bachelorabschluss, nennt KOFA die Aufsicht in der Hotellerie als besonders angespannt.
Im Betriebsalltag sieht das so aus: Eine Etagenkraft für die Zimmerreinigung lässt sich in vielen Regionen innerhalb weniger Wochen einstellen. Eine erfahrene Hausdame, die Dienstpläne schreibt, Zimmer abnimmt und neue Kräfte einarbeitet, ist deutlich schwerer zu finden. Bei Empfangsleitungen und Front-Office-Managern konkurriert ein Privathotel mit 50 Zimmern um denselben kleinen Bewerberkreis wie die Ketten in der nächsten Großstadt.
Die Ausbildungszahlen erklären, warum sich das so bald nicht ändert.
| Jahr | Neu abgeschlossene Ausbildungsverträge Hotelfachmann/-frau |
|---|---|
| 2019 | 8.508 |
| 2020 | 5.964 |
| 2021 | 5.553 |
| 2022 | 7.326 |
| 2023 | 7.296 |
| 2024 | 6.555 |
| 2025 | 5.955 |
Quelle: DEHOGA-Zahlenspiegel IV/2025 auf Basis der Erhebung des Bundesinstituts für Berufsbildung, Zählung jeweils bis 30. September.
2025 begannen damit 600 Menschen weniger eine Ausbildung zur Hotelfachkraft als im Vorjahr, ein Minus von 9,2 Prozent. Gegenüber 2019 sind es 30 Prozent weniger. Bemerkenswert ist der Vergleich mit dem übrigen Gastgewerbe: Über alle sieben gastgewerblichen Ausbildungsberufe hinweg sanken die Neuverträge 2025 nur um 0,6 Prozent, in der Gesamtwirtschaft um 2,1 Prozent. Der Hotelberuf ist also der Schwachpunkt innerhalb der Branche.
Diese Verträge wirken mit Verzögerung. Wer 2025 angefangen hat, steht ab 2028 als Fachkraft an der Rezeption. Die Jahrgänge, die heute fehlen, fehlen in fünf bis acht Jahren als Abteilungsleitungen.
Im Hotelservice haben 40 Prozent der Beschäftigten eine Einwanderungsgeschichte
Am 28. September 2026 hat das Statistische Bundesamt Erstergebnisse des Mikrozensus 2025 zu Engpassberufen veröffentlicht. Demnach hatten im Hotelservice 40 Prozent der Beschäftigten eine Einwanderungsgeschichte. Unter Köchinnen und Köchen waren es 56 Prozent, bei Servicekräften in der Gastronomie 47 Prozent. Zum Vergleich: In der Gesamtwirtschaft liegt der Anteil bei 27 Prozent. Als Beschäftigte mit Einwanderungsgeschichte zählt Destatis Menschen, die selbst oder deren beide Elternteile seit 1950 nach Deutschland eingewandert sind.
Auch der Ausbildungsmarkt hängt inzwischen daran. KOFA verzeichnet im Hotel- und Gastgewerbe Zuwächse bei den Auszubildenden und führt sie ausdrücklich auf internationale Auszubildende zurück. Für ein Haus in einer Ferienregion heißt das praktisch: Ohne Personal aus dem Ausland lassen sich Frühstücksservice, Etage und Küche vielerorts kaum noch voll besetzen.
Die rechtlichen Wege dafür wurden mit dem Fachkräfteeinwanderungsgesetz ab 2023 schrittweise erweitert, etwa um die Anerkennungspartnerschaft, bei der die Anerkennung des Berufsabschlusses parallel zur Beschäftigung in Deutschland läuft. Das Kontingent der Westbalkanregelung wurde im Juni 2024 auf 50.000 Zustimmungen der Bundesagentur für Arbeit pro Jahr verdoppelt. Es bringt Arbeitskräfte aus Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Montenegro, Nordmazedonien und Serbien in die Branche.
Was in keiner Statistik steht, sind die Nebenkosten der Rekrutierung im Ausland. Sprachkurse, Hilfe bei Behördengängen und vor allem Wohnraum muss das Haus in vielen Fällen selbst organisieren. Gerade in Tourismusorten ist eine bezahlbare Mitarbeiterwohnung oft der Punkt, an dem eine Einstellung scheitert, obwohl Visum und Zustimmung schon vorliegen.
Rechenbeispiel: Was eine offene Stelle auf der Etage ein Haus mit 60 Zimmern kostet
Am deutlichsten zeigt sich der Fachkräftemangel in der Hotellerie an den Zimmern, die nicht verkauft werden können. Das folgende Beispiel arbeitet mit Annahmen, die jedes Haus durch eigene Werte ersetzen sollte.
- Ferienhotel mit 60 Zimmern, Zeitraum Oktober bis Dezember
- durchschnittlicher Nettologispreis 105 Euro
- vier Zimmerreinigungskräfte, jede schafft im Haus rund 15 Zimmer pro Schicht
- freitags und samstags Vollbelegung, unter der Woche reichen drei Kräfte
- eine Stelle bleibt acht Wochen unbesetzt
Beispielrechnung
- Fehlende Kapazität an Vollbelegungstagen: 60 Zimmer minus 3 × 15 Zimmer = 15 Zimmer
- Betroffene Nächte in acht Wochen: 8 × 2 = 16
- Variante A, Zimmer sperren: 15 × 16 × 105 Euro = 25.200 Euro entgangener Logisumsatz
- Variante B, Mehrarbeit im Team: 15 Zimmer entsprechen einer Schicht von 8 Stunden, also 16 × 8 = 128 Stunden
- Bei angenommenen Arbeitgeberkosten von 20 Euro je Stunde inklusive Zuschlägen: 128 × 20 Euro = 2.560 Euro
Auf dem Papier ist Variante B zehnmal billiger. In der Praxis hat sie Grenzen. Das Arbeitszeitgesetz begrenzt die tägliche Arbeitszeit, und ein Team, das acht Wochen lang die Wochenenden mit Mehrarbeit stemmt, hat danach häufig einen höheren Krankenstand. Kündigt deshalb eine zweite Kraft, fehlen an Vollbelegungstagen 30 Zimmer, und Variante A wird zur Regel.
Daraus ergibt sich die Gegenrechnung, die viele Häuser nie aufmachen: Was kostet es, die vorhandenen Leute zu halten?
Beispielrechnung
- Variante C, Zulage für die Etage: 1,00 Euro mehr je Stunde für alle vier Kräfte
- Bei angenommenen 1.800 bezahlten Stunden je Kraft und Jahr: 4 × 1.800 × 1,00 Euro = 7.200 Euro
- Mit Arbeitgeberanteilen zur Sozialversicherung, im Beispiel pauschal 22 Prozent: rund 8.800 Euro im Jahr
Eine einzige Saison mit gesperrten Zimmern kostet in diesem Beispiel fast dreimal so viel wie die Zulage für ein ganzes Jahr. Die unbequeme Seite: Das gilt nur, wenn die Leute tatsächlich wegen des Geldes gehen. Liegt die Ursache beim Dienstplan, bei der Führung durch die Hausdame oder bei der Wohnsituation, verpufft die Zulage. Außerdem zieht jede Zulage für Hilfskräfte die Erwartungen der ausgebildeten Kräfte nach oben, die einen sichtbaren Abstand erwarten.
Diese Hebel wirken im eigenen Haus, sortiert nach Wirkung
Lohnabstand zum Mindestlohn sichtbar halten
Seit dem 1. Januar 2026 liegt der gesetzliche Mindestlohn bei 13,90 Euro. Nach Schätzung des Statistischen Bundesamts betraf die Anhebung rechnerisch 47 Prozent aller Beschäftigungsverhältnisse im Gastgewerbe, so viel wie in keinem anderen Wirtschaftszweig. Zum 1. Januar 2027 steigt der Mindestlohn nach dem Beschluss der Mindestlohnkommission vom Juni 2025 auf 14,60 Euro. Bekommt die ungelernte Etagenkraft dann 70 Cent mehr und die Hotelfachfrau mit drei Jahren Ausbildung nur die nächste Tarifstufe, schrumpft der Abstand, der eine Ausbildung lohnend macht. Maßgeblich ist der Entgelttarif des eigenen Bundeslands, die Unterschiede zwischen den DEHOGA-Landesverbänden sind erheblich. Was die Stunde ab Januar konkret kostet, rechnet unser Beitrag „Gastronomie-Personal 2027: Was die Arbeitsstunde ab Januar kostet“ durch.
Aufsichtskräfte selbst entwickeln
Weil der Markt für Hausdamen und Empfangsleitungen dünn ist, lohnt es sich, ein oder zwei Leute aus dem eigenen Team gezielt aufzubauen. Sinnvoll ist ein Einstieg über Teilverantwortung, etwa den Etagendienstplan oder die Einarbeitung neuer Kräfte, ergänzt um eine Fortbildung zum Hotelmeister vor der IHK oder einen Abschluss an einer Hotelfachschule. Das kostet Freistellung, Kursgebühren und Geduld. Das Risiko, dass die frisch qualifizierte Kraft danach zur Konkurrenz wechselt, ist real. Rückzahlungsklauseln für Fortbildungskosten sind nur in engen Grenzen wirksam, hier gehört die Formulierung vorher auf den Tisch einer Fachanwältin für Arbeitsrecht.
Ausbildungsplätze besetzen, auch mit Bewerbern aus dem Ausland
Die Ausbildung zur Hotelfachkraft dauert planmäßig drei Jahre und lässt sich unter bestimmten Voraussetzungen verkürzen. Wer im August 2027 einen Ausbildungsplatz besetzen will, muss ihn jetzt ausschreiben, denn die Bewerbungsphase läuft im Herbst und Winter. Bei Bewerbern aus Drittstaaten kommen Visumverfahren und Sprachnachweise hinzu, das verlängert den Vorlauf zusätzlich.
Leistung an die Mannschaft anpassen
KOFA beobachtet, dass viele Betriebe ihren Personalbedarf senken, indem sie Öffnungszeiten und Angebot reduzieren. Im Hotel kann das heißen: Restaurant an zwei Abenden geschlossen, kürzeres Frühstücksfenster, Zimmerreinigung bei mehrtägigen Aufenthalten nur auf Wunsch. Jede dieser Maßnahmen kostet F&B-Umsatz oder Punkte in den Bewertungsportalen. Ob Auslastung und Zimmerpreis das auffangen, zeigt die Rechnung aus unserem Beitrag „Hotellerie 2026: Auslastung, Zimmerpreis und RevPAR richtig steuern“.
Dienstpläne früher veröffentlichen
Der billigste Hebel ist ein verlässlicher Dienstplan. Wer zwei Wochen im Voraus plant und Wochenenden fair rotiert, spart kein Geld, verliert aber seltener Leute an Betriebe mit planbareren Zeiten. Für Kanäle und Tempo der Neueinstellung verweisen wir auf „Personal finden in der Gastronomie 2026: Kanäle, Kosten und Tempo“.
Für den Winter 2026/27 entscheidet sich die Personallage bis Januar
Die kleinere Fachkräftelücke ist ein Konjunktursignal und keine Trendwende. Im Juli 2026 setzte das Gastgewerbe laut Statistischem Bundesamt real 1,5 Prozent mehr um als im Juni. Zieht die Nachfrage weiter an, öffnet sich die Lücke schnell wieder, denn der Bestand an ausgebildeten Hotelfachleuten ist seit 2019 kleiner geworden und nicht größer. Die Abhängigkeit von Zuwanderung macht die Personalplanung zusätzlich empfindlich für jede Änderung bei Visaverfahren und Kontingenten.
Im Oktober beginnt die Planung für Bankette, Weihnachtsfeiern und den Jahreswechsel. Wer jetzt merkt, dass die Etage oder der Frühstücksservice an den Spitzentagen nicht reicht, hat noch Zeit für Aushilfen und Dienstplananpassungen. Im Dezember veröffentlicht das Bundesinstitut für Berufsbildung die Ausbildungszahlen für 2026. Sie zeigen als erster harter Wert, ob der Rückgang bei den Hotelfachleuten weitergeht.
Der teuerste Fehler im Herbst 2026 besteht darin, die geschrumpfte KOFA-Zahl als Entwarnung zu lesen und den Ausbildungsplatz für 2027 nicht auszuschreiben. Die nächste feste Frist läuft zum 1. Januar 2027: Dann müssen Lohnabrechnung und Arbeitsverträge auf 14,60 Euro Mindestlohn umgestellt sein. Weil die Minijob-Grenze an den Mindestlohn gekoppelt ist, steigt sie rechnerisch von 603 auf 633 Euro im Monat. Minijob-Verträge mit fester Stundenzahl gehören deshalb vor dem Jahreswechsel auf den Prüfstand, am besten zusammen mit dem Steuerbüro.
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